AstroLogbuch: Status, Belichtungszeit und Sichtbarkeit auf einen Blick
Liest den Astro-Ordner automatisch aus und zeigt Status, Belichtungszeit, Kamera/Filter und optimales Beobachtungsfenster für jedes Projekt in einem lokalen Dashboard.
Der AstroLogbuch ist bei der Verwaltung meiner immer größer werdenden Sammlung an Astrofoto-Projekten entstanden. Bei mittlerweile über 50 Ordnern mit Rohdaten – teils fertig bearbeitet, teils nur begonnen, teils noch komplett unberührt – hatte ich irgendwann den Überblick verloren, welches Objekt eigentlich wie weit ist.
Mit Unterstützung von Claude habe ich mir daraus ein eigenes kleines Windows-Tool erstellen lassen, das den kompletten Astro-Ordner einliest und daraus automatisch ein Dashboard baut: Status, Belichtungszeiten, verwendete Kameras/Filter und eine Übersicht, welches Objekt gerade gut zu beobachten ist.
Gedacht ist das Tool für alle, die wie ich mit ASIAIR oder N.I.N.A. aufnehmen und über die Zeit viele Projektordner ansammeln, bei denen der Überblick sonst schnell verloren geht.
Der AstroLogbuch
Das Programm soll bewusst möglichst einfach funktionieren.
Im Normalfall sind nur zwei Schritte notwendig:
- AstroLogbuch.exe starten
- beim allerersten Mal den eigenen Astro-Hauptordner auswählen
Danach merkt sich das Programm den Ordner dauerhaft und liest ihn bei jedem weiteren Start automatisch neu ein.
Es muss nichts installiert werden. Python oder zusätzliche Programme werden nicht benötigt.
Das Programm arbeitet vollständig lokal auf dem eigenen Rechner, liest den Astro-Ordner nur (keine Schreib- oder Löschfunktion) und benötigt für den Kernbetrieb keine Internetverbindung.
Was macht das Programm?
AstroLogbuch durchsucht den gewählten Ordner nach Projektunterordnern und liest daraus zwei unabhängige Quellen aus: aus dem Ordnernamen werden Objekt, Status und Kategorie abgeleitet, aus den enthaltenen Light-Frame-Dateien (ASIAIR-/N.I.N.A.-Namensschema) werden Belichtungszeit, Kamera und Filter ausgelesen.
Daraus entsteht pro Projekt eine Tabellenzeile mit unter anderem:
- Status (Fertig, In Arbeit, Geplant, Nur Rohdaten, Unklar, Kaum begonnen)
- Anzahl Nächte und Gesamt-Belichtungszeit
- verwendete Kamera(s) und Filter
- Datenmenge auf der Platte
- letztes Änderungsdatum
- ein Vorschaubild, sofern bereits ein fertiges Bild vorliegt
Den Status legt dabei nicht das Programm nach eigenem Ermessen fest, sondern der Ordnername selbst: Ein Tag wie „Done“ oder „Fertig“ (Groß-/Kleinschreibung sowie Bindestrich, Leerzeichen oder Unterstrich davor spielen keine Rolle) markiert ein Projekt als fertig, ein Monatsname wie „August“ als geplant.
Hier ein Beispiel wie das bei mir aussieht:
Wann ist ein Objekt gerade gut zu sehen?
Für jedes erkannte Objekt berechnet AstroLogbuch zusätzlich ein optimales Beobachtungsfenster: in welchen Monaten es über dem Horizont steht, wann es seinen höchsten Punkt erreicht und wie hoch dieser liegt, bezogen auf den eingetragenen Breitengrad.
Die Koordinaten dafür stammen aus einem eingebauten Katalog mit rund 14.000 Objekten (abgeleitet aus OpenNGC), ergänzt um eine optionale Online-Namensauflösung für Objekte ohne erkennbare Katalognummer im Ordnernamen.
Im Panel „Jetzt gut zu erreichen“ lässt sich über eine Monatsleiste durch alle zwölf Monate blättern – ein Klick zeigt, welche eigenen Projekte in genau diesem Monat gut erreichbar sind.
Die Statistik-Kacheln oben im Dashboard sind anklickbar und filtern die Tabelle direkt auf den jeweiligen Status. Ein Klick auf eine Tabellenzeile öffnet außerdem den zugehörigen Ordner direkt im Explorer.
Zusätzliche Möglichkeiten
Für den normalen Einsatz reichen die Standardeinstellungen meist aus. Über das Zahnrad-Symbol lassen sich zusätzlich anpassen:
- der Standort/Breitengrad, auch über eine Ortsnamen-Suche statt der genauen Koordinate
- eigene Kamera- und Filterbezeichnungen (z. B. „2600“ → „ASI2600“)
- ausgeschlossene Ordner und Kalibrier-Schlüsselwörter
- ob unbekannte Objekte online nachgeschlagen werden dürfen
- ob Vorschaubilder angezeigt werden
Kamera-Rohcodes aus dem Dateinamen werden dabei automatisch über alle Projekte hinweg nach Modellnummer zusammengeführt, inklusive Erkennung von Mono- oder Farbkamera anhand der genutzten Filter.
Wo liegen die Grenzen?
Am zuverlässigsten funktioniert AstroLogbuch mit Aufnahmen von ASIAIR oder N.I.N.A., da erst deren festes Dateinamensschema die Auswertung von Belichtungszeit, Kamera und Filter überhaupt ermöglicht.
Wer eine andere Aufnahmesoftware nutzt (Voyager, Sequence Generator Pro, APT, ...), bekommt zwar weiterhin Ordner gezählt und Rohdaten erkannt, aber keine Details zu Belichtungszeit, Kamera oder Filter.
Auch Status und Objekterkennung hängen vollständig vom Ordnernamen ab – enthält er keine erkennbare Katalognummer, gibt es kein automatisches Beobachtungsfenster. Das ist keine Fehlfunktion, sondern eine bewusste Grenze der rein namensbasierten Auswertung.
Kometen bekommen grundsätzlich nie ein Beobachtungsfenster angezeigt, da sich ihre Position laufend ändert – eine feste Himmelsposition wäre hier schlicht falsch.
Download
Den aktuellen AstroLogbuch für Windows könnt ihr hier herunterladen: AstroLogbuch herunterladen
Das Programm besteht aus einer einzelnen EXE-Datei und muss nicht installiert werden.
Für Mac und Linux gibt es AstroLogbuch als Python-Quellcode (Installationsanleitung liegt bei, Python 3 erforderlich): AstroLogbuch herunterladen
Hinweis zu Windows SmartScreen und Virenscannern
Da die EXE nicht mit einem kostenpflichtigen Software-Zertifikat signiert ist, kann Windows beim ersten Start möglicherweise melden:
„Windows hat den Start dieser App verhindert“
In diesem Fall auf „Weitere Informationen“ und anschließend auf „Trotzdem ausführen“ klicken.
Auch einzelne Virenscanner können bei mit PyInstaller erzeugten Programmen einen Fehlalarm auslösen.
Das Programm greift nur auf den Ordner zu, den man selbst auswählt, und benötigt für den Kernbetrieb keine Internetverbindung (nur optional für Namensauflösung/Ortssuche).
Änderungshistorie AstroLogbuch
Hier stehen alle nennenswerten Änderungen am Programm, neueste Version zuerst. Versionsnummer nach dem Schema MAJOR.MINOR.PATCH: PATCH = kleine Korrektur, MINOR = neue Funktion, MAJOR = grösserer Umbruch.
Version 1.7.0 (09.09.2026)
Geändert:
AstroLogbuch.exeist jetzt allein weitergebbar, ohne eine begleitende.ico-Datei danebenlegen zu müssen. Das Fenster-/ Taskleisten-Icon wird jetzt direkt aus der EXE selbst geladen.
Version 1.6.0 / 1.6.1 (09.09.2026)
Neu:
- Neue Checkbox „Fertige Projekte ausblenden“ im Panel „Jetzt gut zu erreichen“, standardmäßig angehakt.
Version 1.5.0 (09.09.2026)
Neu/Behoben:
- Standardsortierung der Tabelle ist jetzt „Letzte Bearbeitung“, neueste zuerst.
- Bugfix: Das Programmfenster startete jedes Mal an einer zufälligen Position statt zuverlässig mittig. Behoben durch explizite Zentrierung auf dem Hauptbildschirm, inklusive automatischer Anpassung der Fenstergröße an die Bildschirmauflösung.
Version 1.4.0 (09.09.2026)
Neu:
- Neue Monatsleiste im Panel „Jetzt gut zu erreichen“: durch alle zwölf Monate blättern statt nur den aktuellen zu sehen.
Version 1.3.0 (09.09.2026)
Neu/Geändert:
- Versionierung eingeführt, sichtbar im Dashboard.
- Bugfix: Klick auf eine Objekt-Karte im Panel „Jetzt gut zu erreichen“ sprang zur falschen Stelle (WebView2-Eigenheit bei scrollIntoView).
- Deutsche Umlaute im gesamten Programmtext vereinheitlicht.
- Die „Done“-Markierung aus dem Ordnernamen wird im angezeigten Objektnamen nicht mehr redundant mit angezeigt.
Version 1.2.0 (09.09.2026)
Neu:
- Objekt-Karten im Panel „Jetzt gut zu erreichen“ sind anklickbar und springen zur passenden Tabellenzeile.
- Ortsnamen-Suche für den Breitengrad in den Einstellungen.
Version 1.1.0 (09.09.2026)
Neu:
- Neue Spalte „Letzte Bearbeitung“, sortierbar wie alle anderen.
- Statistik-Kacheln oben sind jetzt anklickbar und filtern die Tabelle direkt auf den jeweiligen Status.
- Doppelter Scrollbalken in der Tabelle behoben, klebender Tabellenkopf bleibt beim Scrollen zuverlässig sichtbar.
Version 1.0.0 (09.09.2026)
Neu/Behoben:
- Grundlegender Stabilitätsfix gegen ein wiederkehrendes Einfrieren des Programmfensters während der normalen Benutzung.
- Timeout-Absicherung gegen Hänger bei der Vorschaubild-Erzeugung und der Online-Namensauflösung.
- Konsolenfenster entfernt, eigenes Programm-Icon und Splash-Screen mit Fortschrittsanzeige eingeführt.
- Erste eigenständige Windows-EXE gebaut und getestet.




